Natürlich fingen wir damit an, unser SCHWERSTES Stück zuerst auf den Felsen zu bringen. Dieses war der Generator. Wir luden ihn bei unruhiger See vom großen auf das kleine Boot und versuchten dann, ihn auf den Felsen zu ziehen. 

Unter der grauen Plane steht der (geliehene) Generator

Wie man an den nassen Felsen erkennen kann, schwankte der Wasserstand sehr stark, was uns auch nach stundenlangen Manövern und Warten auf ruhigeres Wasser nicht gestattete, den Generator an "Land" zu bringen. Als es dann zu einer sehr gefährlichen Situation kam, sahen wir uns gezwungen, den Vorgang abzubrechen.

Hinter unserem Boot ragte ein gefährlicher Felsen aus dem Wasser, der teilweise total überflutet wurde: 

Felsen etwa 15m hinter uns
YV5MHX (r.) und unser Bootsführer grübelnd ...

In etwa 300m Entfernung (östlich) ragt ein weiterer Felsen aus dem Wasser (etwa 2m hoch). Sein Name ist Faralloncito (kleiner Farallón). Auch dieser Felsen wird von den Wellen überspült. Eine IOTA-Beschreibung auf einer WEB-Seite, die ich darüber fand, entspricht zu 99% nicht den Tatsachen. Das trifft übrigens auch für die Beschreibung und Geschichte von Farallón Centinela selbst zu.

Faralloncito

Faralloncito

Wenn wir am Morgen nicht mit Verspätung abgelegt hätten, wären mit allergrößter Wahrscheinlichkeit keine Landungsprobleme auf Farallón Centinela aufgetreten.
Am frühen Morgen ist das Meer sehr ruhig. Unsere Vorhut, die 14 Tage vorher eine "Inspektion vor Ort" des Felsen unternahm, fand keinen nennenswerten Wellengang vor.
Zu dem Zeitpunkt hätten wir keine Probleme mit der Landung gehabt. Auch, wenn wir einen kleineren Generator gehabt hätten, so hätte er wahrscheinlich trotz des hohen Wellenganges auf den Felsen geschafft werden können.
Nachdem das Übersetzen des Generators nicht gelang, haben wir natürlich keinen Versuch unternommen, die restlichen (leichten) Geräte an Land (Fels) zu bringen.

Es ging langsam auf den Abend zu. In den Tropen wird es früh und sehr schnell dunkel. So blieb uns leider nicht anderes übrig, als an die Rückfahrt zu denken. 

Schweren Herzens entschlossen wir uns also, wieder die Rückfahrt nach Carenero anzutreten, wo wir dann in der Nacht eintrafen. 

  Es geht wieder zurück ....  
Auf dem Rückweg (Farallón Centinela in der Abendsonne)

Der Betrachter mag auf Grund der relativ "harmlosen" Bilder vielleicht glauben, es sei alles ein Kinderspiel gewesen, aber in den dramatischen Momenten hatte man wichtigeres zu tun, als auf den Auslöser zu drücken.

Der Trip war "nicht ganz billig". Wir haben unsere Geräte und für Momente auch unsere Gesundheit riskiert, aber wir werden nicht aufgeben.

Böse Zungen behaupten leider immer wieder, daß Expeditionen ein gutes Geschäft für die Teilnehmer seien :-(

Nicht jeder hat Sponsoren! Für uns war es dieses Mal ein Misserfolg, und auch damit muss man leben können...

Aber der nächste Trip nach Farallón Centinela ist geplant.

We will come back !!

In September 2000 we CAME back !

Hier geht es zur Expedition Farallón Centinela 2ØØØ

© 1999 DL2GG/YV5