Alle unsere Aktivitäten fanden in der Nähe des Leuchtfeuers statt.
Hier hatten wir Schatten, was wegen der extremen Sonnenstrahlung sehr wichtig war. Aus  Sicherheitsgründen war auch unsere gesamte Ausrüstung hier gelagert, so daß man nicht in der Nacht ins Dunkle musste, sollte irgendetwas benötigt werden.
Gleich neben dem Turm war der 30m tiefe Abgrund, und ein Fehltritt wäre tödlich gewesen.
Wir bauten mehrere Dipole und Vertikalantennen für fast alle Kurzwellenbänder auf. Für eine 80m-Antenne ist der Felsen zu klein. Wie wir hinterher feststellten, hätte es auch keinen Sinn gemacht, da schon der Empfang auf dem 40m-Band sehr stark durch Statik gestört war. In der Nacht sah man Wetterleuchten aus allen Himmelsrichtungen, sind aber glücklicherweise von einem Unwetter verschont geblieben.
Eine Woche später stattete der Wirbelsturm Joyce der Gegend einen " Besuch" ab....

Wir hatten großes Glück, denn ein Unwetter hätte sehr böse Konsequenzen für unsere Geräte als auch persönlich haben können. Die Planen wären weggeflogen, da sie unten nur mit Steinen beschwert waren. Eine Verankerung war unmöglich. Ein Sturm hätte mit Sicherheit einen großen Teil unserer Ausrüstung ins Meer geblasen. Ich möchte mir lieber nicht vorstellen, wie man auf regennasser Vogelscheiße in dunkler nacht auf einem stürmischen Felsen übernachtet hätte.

Nachts war es relativ windig, besonders in der Zweiten. Da wir ja praktisch im Freien saßen waren die Windgeräusche und der Lärm der flatternden Planen so stark, daß man trotz gut abgedichteter Kopfhörer Schwierigkeiten beim Empfang hatte.

Wir waren auf fast allen Bändern in CW und SSB aktiv.
Meistens waren wir mit MINDESTENS 3 Stationen in der Luft, und das bei Antennenabständen zwischen 1 und 5 Metern. Da ich der einzige CW-Operator war, herrschte ab und zu mal Funkstille in der Betriebsart :-)

Mit den Ausbreitungsbedingungen hatten wir großes Glück, denn vor und nach unserem Trip war es erheblich schlechter.
Unser Unternehmen war relativ schwierig, da die Platzverhältnisse extrem begrenzt waren. In vertikaler Position ging es so gerade, aber für die Horizontale gab es kaum Gelegenheiten. Wir haben versucht im Sitzen zu schlafen oder auf dem schmalen Betonsockels des Leuchtfeuers. Dabei trat noch ein weiteres Problem auf: in der Nacht gab es viele Krebse, die über den Felsen wanderten und auch versuchten, unsere Körper zu erkundschaften, was teilweise recht "unangenehm" war. Und schließlich gab es auch noch kleine Tierchen, etwa 0.3 mm groß (Milben oder Wanzen), die auf unseren Körpern in Scharen wanderten und extreme Juckreize verursachten.
Was den Gestank auf dem Felsen betraf, kann man sagen, daß man sich nach einigen Stunden dran gewöhnt hatte. Man hat selber hinterher genauso gerochen, denn ich muss noch erwähnen, daß ständig (Tag und Nacht) Flugbetrieb von Tölpeln und Fregattvögeln über dem Felsen war, und daß wir pausenlos mit Exkrementen bombardiert wurden :-)
Als ich nach Hause kam, war meine Familie über meinen Gestank entsetzt. Als erstes war natürlich ein Sprung in die Badewanne erforderlich. Die Kleidung, ob benutzt oder unbenutzt musste mehrfach gewaschen werden, bis der Geruch verschwunden war.
Man kann ohne Übertreibung sagen, daß Farallón Centinela nicht ein Ort für Jedermann ist ......

Greg, YV5OHW von unserem Thron mit Baldachin, hoch über der Karibik..

Ramón, YV5EED unter seinem Plastikdach. 
Man beachte den brütenden Vogel zu seiner Rechten ..
Der aufmerksame Betrachter sieht auch noch 3 weitere Vögel hinter ihm, aber wegen der EXTREMEN Lichtverhältnisse ist der Film (100 ASA) nicht in der Lage, diese naturgetreu wiederzugeben!