Natur auf Aves 
Eines der eindrucksvollsten Erlebnisse in der Natur, die ich gehabt habe, war das Beobachten der Grünen Wasserschildkröten auf Aves. Ähnliche Emotionen habe ich eigentlich nur noch auf den Galápagos Inseln erlebt.

Die Wasserschildkröten legen auf Aves ihre Eier ab. Es ist ein unvergessliches Schauspiel.
Normalerweise kommen sie gegen Mitternacht aus dem Wasser, graben im Sand mit ihren Hinterflossen ein PERFEKT rundes, etwa 40-50 cm tiefes Loch.
In etwa 20 Minuten werden etwa 200 golfballgroße Eier gelegt, und anschließend wird das Loch wieder vorsichtig mit Sand bedeckt.
Die Schildkröten ließen sich nie durch unsere Anwesenheit stören. In einem Fall kam sogar ein Tier in unser Zelt. Ein Foto davon ist weiter vorn zu sehen :-)
Nestbau und Eierlegen scheint physisch eine große Belastung für die Tiere zu sein. Sie sind total erschöpft, wenn sie ihre Mission beendet haben. Sie schleppen sich nur mit größter Mühe wieder zum Wasser zurück. Interessanterweise kamen alle Schildkröten an der gleichen Inselseite aus dem Wasser, aber einige verließen die Insel in die andere Richtung.
In einem Fall beobachteten wir eine Schildkröte, die nicht mehr in der Lage war, bis zum Wasser zurück zu kommen. Das etwa 100 Kilo schwere Tier musste von 4 Mann getragen werden, was es aber willig über sich ergehen ließ. Einmal im Wasser erholte sich das Tier umgehend und schwamm ins Meer hinaus. Es war kurz vor Sonnenaufgang und das Tier hätte die Hitze des Tages an Land wohl kaum überlebt.
Ebenfalls sehr dramatisch ist das Schlüpfen der Jungen einige Wochen später. Auch dieses konnten wir erleben! Am Morgen, nachdem der Sand von der Sonne erwärmt wurde, fängt es plötzlich überall an zu krabbeln. Zu Hunderten kommen kleine Schildkröten aus dem Sand gekrabbelt und rennen so schnell sie können in Richtung Wasser.
Dieser Weg, etwa 25m lang ist die erste große Hürde dieser kleinen schutzlosen Tiere. Möwen, Fregattvögel und sogar Krebse stürzen sich auf die gerade geborenen Schildkröten und verzehren sie in großen Mengen.
In so einem Moment ist das Funken zweitrangig und unsere Crew machte sich daran, die Möwen zu verscheuchen, beziehungsweise die kleinen Tierchen einzusammeln und bis zum Wasser zu tragen. Vielen war nicht mehr zu helfen, da ihnen schon die Augen fehlten, oder andere schwere Verletzungen hatten.

Sicherlich konnten wir vielen Tieren so momentan das Leben retten, ABER wer weiß, was für Gefahren noch im Wasser auf sie lauerten.

Es ist anzunehmen, daß nur ein ganz kleiner Prozentsatz der geschlüpften Tiere überlebt.

Ich fühle mich privilegiert, denn nur Wenigen ist es gegönnt, dieses Naturschauspiel live mitzuerleben. Und als Deutscher aus nördlichen Gefilden sowieso ...  :-)

 

Eine Riesenschildkröte verlässt das Wasser

 

   

Das Tier auf der Suche nach einem geeigneten Ort, um das Nest auszuheben.

 
   

Beim Nestbau.

 
   
 
   

Beim Eierlegen ... 

Das folgende Bild zeigt eine Schildkröte, die in wenigen Minuten einen schrecklichen Tod stirbt. Das Foto habe ich allerdings am Pazifik aufgenommen. 
Das Abschlachten fand die grausamste Weise statt, die man sich vorstellen kann (oder auch nicht). Es ist absolut unbeschreibbar. 
Also bitte kauft NIEMALS ein Produkt, welches aus diesen Tieren hergestellt wird.  
Fischerort nahe Manta an der südamerikanischen Pazifikküste
 

Fotos:
 © DL2GG/YV5

... und nun geht es zum Funken :-)